Heiner (links) und Henning (rechts) Hanebutt.
Heiner (links) und Henning (rechts) Hanebutt. (Quelle: Hanebutt GmbH)

Markt 2026-06-05T08:24:22.961Z Sicherer als Bürojobs: Deutsche finden Handwerk wieder attraktiv

Neue Studie zeigt: 66 Prozent der Deutschen sehen handwerkliche Berufe in Zeiten von KI als sicherer als Bürojobs an – erstmals repräsentativ belegt.

Während künstliche Intelligenz Millionen von Bürojobs unter Druck setzt, vollzieht sich im deutschen Handwerk eine Stimmungswende. Hanebutt hat gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGovim Mai 2026 eine bundesweite repräsentative Befragung unter 2.032 Bundesbürgern durchgeführt: das Handwerksbarometer 2026. Die Ergebnisse zeigen: Das KI-Zeitalter verändert das Berufsdenken der Deutschen und das Handwerk profitiert.

Zentrale Ergebnisse:

  • KI verändert das Berufsgefüge: Rund zwei Drittel der Deutschen sehen handwerkliche Berufe als sicherer als Bürojobs an und das Bewusstsein dafür wächst.
  • Die Stimmungswende ist messbar: Die Attraktivität des Handwerks steigt, die Bereitschaft es weiterzuempfehlen auch – doch die gesellschaftliche Anerkennung hält nicht Schritt.
  • Die Chance wird noch nicht genutzt: Schulen vermitteln weder die Vielfalt noch das Unternehmerpotenzial des Handwerks – obwohl fast neun von zehn Deutschen genau das fordern.

KI bedroht Bürojobs – und macht Handwerk zur sicheren Karriere?

Das zentrale Ergebnis ist so klar wie überraschend: Die Sorge vor KI-bedingtem Jobverlust ist in der Gesellschaft angekommen und sie lenkt den Blick auf Berufe, die kein Algorithmus ersetzen kann. So sehen 66 Prozent das Handwerk als sicherer als Bürotätigkeiten im KI-Zeitalter an, davon 32 Prozent als deutlich sicherer.

  • 64 Prozent stimmen zu: Der KI-Druck auf Bürojobs macht das Handwerk attraktiver – fast ein Viertel davon stimmt voll und ganz zu
  • 38 Prozent könnten sich vorstellen, wegen KI eher einen Handwerksberuf zu ergreifen.

Zum Vergleich: Im Handwerksbarometer 2024 war Jobsicherheit im Kontext von KI noch kein Thema – diese Fragen wurden damals nicht gestellt. Dass sie 2026 nun so eindeutige Antworten liefern, zeigt,wie schnell sich das gesellschaftliche Bewusstsein verändert hat.

Handwerk als Karriere der Zukunft - mit fehlender Anerkennung

„KI wird mit Sicherheit auch im Handwerk eine administrative Rolle einnehmen. Doch bis ein Roboter autonom das Dach deckt, dauert es noch Jahrzehnte. Das Handwerk wird effizienter, bleibt aber eine Heimat für Menschen, die anpacken. Die Studie bestätigt, was wir in der Praxis seit Jahren erleben: Das Handwerk bleibt die Karriere der Zukunft – für alle, die etwas mit eigenen Händen bewegen wollen.“, so Henning Hanebutt, Dachdeckermeister und Geschäftsführer der Hanebutt GmbH.

Beliebt, aber nicht gewürdigt und in den Schulen unsichtbar. Die Attraktivität des Handwerks steigt und mit ihr die Bereitschaft, es weiterzuempfehlen. Doch gesellschaftliche Anerkennung und schulische Sichtbarkeit halten nicht Schritt. Die Studie zeigt diesen Widerspruch in aller Deutlichkeit.

  • 63 Prozent finden Handwerksberufe attraktiv oder sehr attraktiv. 61 Prozent würden eine Handwerkskarriere heute häufiger empfehlen als vor fünf Jahren – davon 28 Prozent auf jeden Fall. Nur 8,3 Prozent würden das seltener tun.
  • 73 Prozent sagen gleichzeitig, das Handwerk werde gesellschaftlich nicht ausreichend wertgeschätzt – rund 12 Prozentpunkte mehr als noch 2024.
  • 86 Prozent halten bessere schulische Aufklärung über Handwerksberufe für (sehr) wichtig –davon 60 Prozent für sehr wichtig. Seit 2024 steigt dieser Wert, die Umsetzung bleibt aus.Junge Erwachsene berichten nach wie vor, in der Schule kaum Berührungspunkte mit dem Handwerk gehabt zu haben.

Dabei bleibt ein zentrales Argument in Schulen systematisch ungestellt: Das Handwerk ist einer der direktesten Wege in die unternehmerische Selbstständigkeit. Wer eine Ausbildung abschließt und den Meistertitel erwirbt, hat die Grundlage für ein eigenes Unternehmen – schneller und mit stabilerer Auftragslage als jeder Gründungsweg aus dem Studium.

Handwerk als Karriere der Zukunft – wenn die Chance richtig genutzt wird

Das Handwerk steht vor einer historischen Gelegenheit: Während Tech-Konzerne und Unternehmensberatungen Stellen abbauen, fehlen im Handwerk eine Viertelmillion Fachkräfte. Die Nachfrage ist da, die Auftragslage stabil – und mit dem KI-bedingten Imagewandel wächst auch die gesellschaftliche Bereitschaft, das Handwerk neu zu denken. Doch das Handwerk bietet mehr als einen sicheren Arbeitsplatz. Rund 125.000 Betriebsnachfolgen sind in den nächsten Jahren ungeklärt. Wer heute eine Ausbildung beginnt und den Meistertitel erwirbt, hat die Voraussetzungen für ein eigenes Unternehmen. „Handwerk ist nicht nur ein sicherer Job – es ist einer der direktesten Wege in die unternehmerische Selbstständigkeit. Mit Ausbildung und Meistertitel stehen Türen offen, die für andere erst nach Jahren der Konzernkarriere erreichbar sind. Rund 125.000 Betriebe suchen in den nächsten Jahren Nachfolger. Das ist keine Krise – das ist eine der größten unternehmerischen Chancen, die dieser Marktgerade bietet. Wir müssen lernen, sie so zu kommunizieren.“, so Henning Hanebutt,Dachdeckermeister und Geschäftsführer der Hanebutt Gruppe.

Die Studie zeigt eine veränderte Wahrnehmung des Handwerks. Berufe, die vor fünf Jahren als unattraktiv galten, werden von jungen Menschen, Eltern und in der gesellschaftlichen Debatte neubewertet. KI verstärkt diesen Effekt, weil sie klassische Bürotätigkeiten unter Veränderungsdruck setzt und handwerkliche Tätigkeiten als vergleichsweise zukunftssicher gelten. Damit sich dieser Stimmungswandel in konkrete Ausbildungszahlen, Fachkräfte und Betriebsgründungen übersetzt, muss auch das Handwerk selbst aktiv werden: durch zeitgemäße Arbeitsbedingungen, stärkere Präsenz an Schulen und ein offensiveres Auftreten gegenüber akademischen Berufswegen.

Disclaimer: Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 06. und 08.05.2026 insgesamt 2032 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

zuletzt editiert am 05. Juni 2026
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