René Gößling, Dachdecker aus Hohenlimburg (NRW), 29 Jahre alt Quelle: Fleck
René Gößling, Dachdecker aus Hohenlimburg (NRW), 29 Jahre alt Quelle: Fleck

DACH+HOLZ

30. July 2021 | Teilen auf:

Keine Baustelle ist wie die andere

Die beiden Markenbotschafter *innen der DACH+HOLZ International René Gößling und Sabrina Simon erläutern im Interview, warauf sie stolz sind und welche Angebote sie auf der Messe besonders interessieren.

René Gößling, wann und wie hast Du den Weg ins Dachdecker-Handwerk gefunden? Woher kommt Deine Leidenschaft für den Beruf?

Über Umwege! Ich habe verschiedene Praktika gemacht – alle im Handwerk – und letztendlich eins im Dachdeckerhandwerk, was mir am meisten gefallen hat. Die Ausbildung habe ich im Jahr 2007 abgeschlossen. Ich finde es immer wieder toll zu sehen, was man am Ende des Tages mit seinen Händen geschaffen hat. Mein Bruder ist ebenfalls gelernter Dachdecker, was reiner Zufall ist. In den letzten Jahren habe ich mich auf die Spenglerei spezialisiert. Die Kreativitätsmöglichkeiten und die Vielfalt in diesem Fachgebiet finde ich sehr bereichernd.

Was macht Dich dabei besonders stolz?

Man muss mit vielen unterschiedlichen Materialien arbeiten können und einige Techniken beherrschen. Vor kurzem habe ich eine geschwungene Gaube mit Winkelstehfalz verkleidet und bin richtig stolz auf das Ergebnis. Das war für mich eine spannende neue Herausforderung, weil ich mich seit zwei Jahren auf Spengler-Arbeiten konzentriere und das auch mit Herz und Seele tue. Diese Leidenschaft kann ich tagtäglich im Betrieb, der Dach Dörr GmbH aus Hagen, ausleben. Dort bin ich seit drei Jahren als Dachdecker tätig. Ich versuche auch, mich in der Spenglerei immer weiter auszubilden, Lehrgänge bei Herstellern zu besuchen und mich somit weiterzuentwickeln.

Warum ist es Dir wichtig, die DACH+HOLZ mit Deinem Gesicht zu repräsentieren?

Mir ist es als Messebotschafter sehr wichtig, die Jugendlichen dazu zu animieren, einen Handwerksberuf auszuprobieren. Zwei Freunde von mir haben ihr Studium unterbrochen, um Gasinstallateur und Elektrotechniker zu werden. Sie befinden sich gerade in der Ausbildung und fühlen sich total wohl in ihren Berufen. Man arbeitet mit seinen Händen, kann kreativ sein und steht ständig vor neuen Aufgaben, denn keine Baustelle ist wie die andere.

Was möchtest Du als Botschafter der Messe der Community der DACH+HOLZ sagen?

Auch Betriebsinhaber sollten versuchen, mehr auf sich und das Handwerk aufmerksam zu machen, um junge Leute für sich und die Branche zu begeistern. Meiner Meinung nach ist die Kommunikation über soziale Netzwerke heutzutage enorm wichtig. Hier kann man Einblicke in die Arbeit geben. Das machen mittlerweile einige Betriebe, die das Potential bereits erkannt haben. Sie drehen zum Beispiel Videos oder kurze Spots, in denen sie ihren Berufsalltag widerspiegeln. Hiermit können sich Jugendliche konkreter vorstellen, wie der Beruf und dessen Erfolgsperspektiven aussehen.

Worauf freust Du Dich besonders auf der Messe? Für welche Angebote interessierst du Dich und was erwartest Du von Deinem Messebesuch?

Der Arbeitsalltag wird uns stetig durch neue Erfindungen, neue Werkzeuge oder Baustoffe einfacher und angenehmer gemacht. Ich freue mich vor allem auf Produktinnovationen und Praxis-Tipps im Bereich Spenglerei. Und auf die vielen Kollegen, die ich dort kennenlernen werde. Mit Sicherheit sind welche dabei, die sich, wie ich, in der Spenglerei spezialisiert haben und mir Tipps geben können. Der Austausch auf der Messe ist für alle Beteiligten ein großer Bonus!

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Sabrina Simon, Zimmergesellin, 22 Jahre, aus Damscheid, Rheinland-Pfalz Quelle: Verlagsanstalt Handwerk, Werbefotografie Weiss

Sabrina Simon, wann und wie hast Du den Weg ins Zimmerer-Handwerk gefunden?

2017 habe ich eine Ausbildung als Estrich-Legerin angefangen. Ich war die Einzige, die den Beruf im Umkreis lernen wollte, deshalb kam ich in die Zimmerer-Klasse der Berufsschule. Dort habe ich mich immer mehr für den Zimmerer-Beruf interessiert. Mein Fachlehrer meinte, ich sollte mich trauen und ein Praktikum zum Reinschnuppern absolvieren. So kam der erste Kontakt zur Firma Holzbau Schink in Niederburg, dem Betrieb in dem ich meine Ausbildung abgeschlossen habe und als Zimmerergesellin seit Juli 2020 tätig bin.

Das heißt, du hattest als Frau im Zimmerer-Handwerk gar keine Schwierigkeit, deinen Arbeitgeber von deinem Können zu überzeugen?

Mein Chef und meine Kollegen waren überhaupt nicht abgeschreckt, als ein Mädel vor ihnen stand. Ich bin zwar die erste und einzige Zimmerin in diesem Betrieb. Aber ich wurde von allen Kollegen sehr gut ins Team aufgenommen und es herrscht ein sehr respektvoller Umgang untereinander.

Wie reagiert der Kunde bei der ersten Kontaktaufnahme auf der Baustelle? Ist es als Zimmerin schwierig, die Kundschaft zu überzeugen, dass du die Arbeit genauso gut kannst wie deine männlichen Kollegen?

Bisher habe ich auch nur positive Erfahrungen gemacht. Kunden wie Bauherren sind am Anfang erstaunt und fragen oft, wie ich auf den Beruf gekommen bin. Aber meistens sind sie begeistert und positiv überrascht. Es kommt ja wirklich selten vor, Handwerkerinnen auf einer Baustelle arbeiten zu sehen!

Das heißt, du hattest bisher gar keine Probleme, Dich als Frau in einer von Männern dominierten Arbeitswelt zu integrieren?

Dumme Sprüche oder komische Blicke gibt es schon ab und an – aber eher von anderen Handwerkern auf größeren Baustellen. Ich lasse mich aber nicht einschüchtern, versuche, offen damit umzugehen und clever zu kontern.

Dein Gesicht ist im Handwerk bereits bekannt: 2020 warst Du Teil der Imagekampagne des Handwerks #wirwissenwaswirtun und vor allem Kalender-Star bei Germany’s Power People. Hier werden selbstbewusste Handwerker und Handwerkerinnen vorgestellt, die stolz auf ihren Beruf sind. Warum willst Du andere für dich und deinen Beruf begeistern?

Weil ich stolz bin, Gesellin in einem traditionellen und vor allem interessanten Beruf zu sein. Ich möchte zeigen, wieviel Spaß die Arbeit macht und wie der Beruf einem liegen kann. Und ich möchte viele Jugendliche mit meiner Begeisterung anstecken und motivieren, in ein Handwerksberuf zu schnuppern.

Warum ist es Dir wichtig, die DACH+HOLZ mit Deinem Gesicht zu repräsentieren?

Als Ausbildungsbotschafterin der Handwerkskammer Koblenz gehe ich in Schulklassen, auf Schulevents und Veranstaltungen in der Region, um Jugendlichen das Handwerk zu präsentieren, sie neugierig zu machen und ihnen Praktikumsplätze in Handwerksbetrieben zu vermitteln. Ich bin stolz auf mein Handwerk, habe Freude und Spaß an meinem Beruf und bin davon überzeugt, dass man mir es ansieht. Diese Begeisterung und spannende Themen aus der Handwerkerwelt möchte ich als Messebotschafterin vermitteln.

Was möchtest Du als Botschafterin der Messe der Community der DACH+HOLZ sagen?

Sie sollen unbedingt in die Themen und Angebote der Messe hinein schnuppern. Es gibt viele Themen im Handwerk, die man von außen nicht in der Tiefe mitbekommt – wie zum Beispiel, wie nachhaltig manche Baustoffe geworden sind oder welche Neuheiten es auf dem Markt gibt. Die DACH+HOLZ International ermöglicht einen Blick über den eigenen Tellerrand und den sollte sich kein Zimmerer entgehen lassen.

Worauf freust Du Dich besonders auf der Messe? Für welche Themen/Angebote interessierst Du Dich und was erwartest Du von Deinem Messebesuch?

Ich freue mich wahnsinnig darauf, neue Kollegen aus der Branche kennenzulernen, mich mit ihnen auszutauschen und Produktneuheiten, zum Beispiel im Bereich Dämmstoffe und ökologische Bauweise zu entdecken. Ich bin gespannt, was ich von Ausstellern, Experten und Besuchern auf der Messe erfahren werde und kann den Termin im Februar kaum erwarten!