Eine Gruppe von Handwerkern in traditioneller Kleidung steht auf einer Bühne während einer Meisterfeier. Sie halten Blumensträuße und lächeln in die Kamera.
550 Gäste feierten am 23. Mai die Meisterfeier am BBZ Mayen. (Quelle: DDH)

Markt 2026-05-28T09:33:29.648Z Dachdeckerfrauen auf dem Vormarsch

Mayen: Die Meisterfeier am BBZ setzte neue Maßstäbe – und schrieb Geschichte. Mit neun Dachdeckermeisterinnen und einer Doppelmeisterin (im Klempner- und Dachdeckerhandwerk) erreichte die Zahl weiblicher Absolventinnen einen historischen Höchststand. „Starten Sie durch, gerne auch im Ehrenamt – Ihr Meisterbrief ist ein Vertrauensbeweis“, ermutigte ZDH-Vizepräsident Marcus Nachbauer die neuen Meisterinnen und Meister.

Im Grunde müsste das Bundesbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks in Mayen anbauen. Denn die Kapazitätsgrenze der Aula ist erreicht, vor allem dann, wenn es etwas zu feiern gibt. Am Samstag, dem 23. Mai 2026, war es wieder so weit: Absolventinnen und Absolventen, Familien, Lehrkräfte und zahlreiche Ehrengäste zur Semester-Abschlussfeier des Studiengangs „staatlich anerkannter Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik“ mit gleichzeitiger Meisterprüfung im Dachdecker- oder Klempnerhandwerk kamen in die Aula des BBZ. Erwartungsvolle Gesichter, festliche Kleidung, eine sorgfältig vorbereitete Bühne – rund 400 Gäste erlebten in der Aula die Meisterverleihung. Rund 150 Gäste verfolgten die Meisterfeier gestreamt von der Werkhalle aus, wo es auch etwas kühler war.

Ein junger Mann in traditioneller Kleidung lächelt in die Kamera.
Bester der Meisterprüfung und der Fachleiterprüfung: Noel Rummel (Quelle: DDH)

Ein bemerkenswerter Moment der Feier war die Würdigung der weiblichen Meisterschülerinnen durch ZDH-Vizepräsident Marcus Nachbauer. Mit neun Meisterinnen im Dachdeckerhandwerk und einer im Klempnerhandwerk stellten die Frauen einen Rekord an diesem Tag auf. Nachbauer lobte diesen Fortschritt in einer Branche, die lange Zeit von Männern dominiert war, und verwies auf die positive Entwicklung: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der weiblichen Dachdecker-Azubis um 17 Prozent. Dennoch übte er Kritik an der fehlenden politischen Unterstützung für Mütter im Handwerk und plädierte für besseren Mutterschutz und wirtschaftliche Stabilität: „Ein Kind zu bekommen darf nicht zr Existenzangst führen.“ Auch für das ehrenamtliche Engagement fand er aufmunternde Worte. „Starten Sie durch – auch im Ehrenamt. Ihr Meisterbrief ist ein Vertrauensbeweis.“

Eine Frau steht an einem Rednerpult und hält eine Rede.
Hannah Kistermann bedankte sich beim BBZ-Team für die Unterstützung. (Quelle: DDH)

Prüfungsbester: Noel Rummel

Traditionell bildet die Ehrung der Jahrgangsbesten den Höhepunkt der Meisterfeier. Noel Rummel, der sowohl die Meisterprüfung als auch die Fachleiterprüfung mit Bestnoten abschloss, zeigte eindrucksvoll, wie Wissensvermittlung und praktisches Können Hand in Hand gehen, siehe Statistik.

Ein besonders persönlicher Programmpunkt ist der traditionelle Rückblick eines Vertreters oder einer Vertreterin der Schülerschaft. Diese Rückschau verbindet Humor mit Ehrlichkeit – und zeichnet ein realistisches Bild dessen, was Meistervorbereitung im BBZ bedeutet. Hannah Kistermann bedankte sich beim BBZ-Team für die Unterstützung und fasste die Lernzeit treffend zusammen: „Mit unserer Arbeit gestalten wir und machen die Welt ein Stück besser. Kooperieren statt Konkurrieren war und bleibt unser Motto – ich bin stolz, mit euch diesen Weg gegangen zu sein.“

Nach der offiziellen Zeremonie hatten die Gäste die Gelegenheit, die ausgestellten Meisterstücke der Absolventen aus nächster Nähe zu begutachten. Bei Getränken und Speisen ließen die Teilnehmer den bedeutenden Tag ausklingen.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 06. 2026.

zuletzt editiert am 28. Mai 2026
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