Arbeitssicherheit: Sicher arbeiten auf dem Dach – das ist das Ziel von Anschlageinrichtungen, die im Ernstfall Leben retten sollen. Doch während die Produkte im Labor ihre Leistung unter Beweis gestellt haben, beginnt die eigentliche Herausforderung erst auf der Baustelle: bei der fachgerechten Montage.
Anschlageinrichtungen sind Teil eines komplexen Systems. Ihre Funktionstüchtigkeit hängt maßgeblich davon ab, wie und womit sie befestigt werden. Die zertifizierte Anschlageinrichtung wird erst mit der richtigen Befestigung zum funktionierenden Sicherheitsprodukt. Dabei spielt der Untergrund eine entscheidende Rolle.
Was muss eine Anschlageinrichtung halten?
In der Praxis wird in der Regel mit einer Prüflast von 9 kN gerechnet – das entspricht beinahe einer Tonne, die im Fall eines Absturzes impulsartig auf das System wirkt. Grundlage dieser Annahme ist eine Person mit PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) und der Einsatz eines Falldämpfers gemäß EN 355. Bei Mehrpersonensicherung erhöhen sich die Anforderungen entsprechend. Zusätzlich müssen Anschlageinrichtungen auch statischen Belastungen von mindestens 2,2 kN dauerhaft standhalten.
Beton ist nicht gleich Beton, Blech nicht gleich Blech
Zwischen einem massiven Stahlbeton (C20/25) und einem nur 0,75 mm starken Trapezblech liegen Welten, was die Lastaufnahme betrifft. Umso wichtiger ist es, das passende Befestigungsmittel für den jeweiligen Untergrund auszuwählen – sei es Kleben, Dübeln, Schrauben oder Klemmen. Die Verarbeitungstiefe, Randabstände, Aushärtezeiten oder auch die Betongüte können hier entscheidend sein. Für jede geprüfte Kombination finden sich entsprechende Angaben in der allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) des Herstellers. Abweichungen müssen begründet, dokumentiert und gegebenenfalls gesondert nachgewiesen werden.
Schraube ist nicht gleich Schraube, Dübel nicht gleich Dübel
Neben dem Produkt und dem Befestigungsuntergrund fehlt noch das Befestigungsmittel, also die Art und Weise, wie das Produkt auf dem Untergrund befestigt wird. Dabei gibt es große Unterschiede, in Bezug auf den Befestigungsuntergrund. So unterscheiden sich Holzschrauben von Betonschrauben und Dübel für Stahlbeton, von Dübeln für Hohldielen. Es ist unerlässlich die passende Kombination auszuwählen und diese korrekt zu verarbeiten. Welche Kombinationen getestet sind und damit ohne weiteren Aufwand verwendet werden können, beschreibt der Hersteller des Produktes in der allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG). Abweichungen davon sind möglich, müssen aber dokumentiert werden und bedürfen ggf. einen Einzelnachweis der Eignung.
Die geeigneten Befestigungsmittel können sehr unterschiedlich sein. So stehen für den Untergrund Beton verschiedene Befestigungsarten zur Auswahl (Kleben, Dübeln, Schrauben, Klemmen, …). Hier kann in Abhängigkeit von der Bausubstanz eine weitere Auswahl getroffen werden, um das bestgeeignete Befestigungsmittel zu finden. Unterschiede sind zum Beispiel in der Setztiefe, der notwendigen Stärke und Qualität des Betons, dem zulässigen Abstand zu anderen Bauteilen, der Verarbeitungszeit und vielen anderen Merkmalen.
